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04.11.2012 00:00 Alter: 5 yrs
Kategorie: Allgemeines

Hubertusschützen feiern ihren Patronatstag

Die meisten Hubertusschützen dürften noch in den Federn gelegen haben, als die Jagdhorn-Bläsergruppe unter der Leitung von Ralf Berger morgens gegen 5.00 Uhr aufbrach, um mit dem Weckruf den Patronatstag der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft Neuss 1899 e.V. in den Neusser Straßen zu verkünden.


Die zahlreichen Weckrufe zeigten Erfolg, denn die St. Marienkirche war zum Festhochamt bestens besucht. Präses Msgr. Wilfried Korfmacher zelebrierte das Festhochamt für die Hubertusschützen bereits zum vierundzwanzigsten Mal und sorgte einmal mehr dafür, daß dieses Hochamt eine beeindruckende Einstimmung auf diesen besonderen Tag wurde. Die musikalische Begleitung des Hochamtes lag erneut in den bewährten Händen des Musikvereins Waldenrath unter der Leitung von Kapellmeister Toni Hilgers. Der Kranzniederlegung am Hubertus-Ehrenmal folgte der Marsch zur Neusser Stadthalle. Und hier machte sich schon die erste Neuerung bemerkbar, denn die stattliche Marschformation verlies die Stadt durch das Obertor. In der gut vorbereiteten und dem Anlass entsprechend geschmückten Stadthalle mussten sich die Teilnehmer zwar aufgrund der ungewohnten Tischanordnung zunächst neu orientieren, aber der gute Service der Stadthalle und nicht zuletzt die schützenfreundlichen Preise sorgten von Anfang an für eine ausgesprochen gute Atmosphäre. Die musikalische Begleitung des Festkommers lag in den schon seit Jahren bewährten Händen des Musikvereins Waldenrath und dem in seinem Jubiläumsjahr befindlichen Bundestambourkorps St. Hubertus Neuss 1987, unter der Leitung von Tambourmajor Peter Stickel. In seiner Begrüßung konnte Major Volker Albrecht nicht nur die Hubertusschützen in der Stadthalle willkommen heißen, sondern auch zahlreiche Ehrengäste. Der erste Gruß ging an den höchsten Repräsentanten des Neusser Bürgerschützenfestes, S.M. Jörg I. Antony. Weitere Willkommensgrüße galten dem Präsidenten des NBSV und stellvertretender Bürgermeister Thomas Nickel nebst den Komiteemitgliedern Peter Söhngen, Martin Flecken, Robert Rath und Ralf Berger. Gerne kamen auch Regimentsoberst Dr. Heiner Sandmann und sein Adjutant Volker Schmidtke, die Ehrenmitglieder des NBSV Eckart Schlee und Heinz-Peter Janßen, sowie Ehrenoberst Josef Bringmann. Ein besonderer Dank für das festliche Hochamt galt dem Präses der Neusser Hubertusschützen, Msg. Wilfried Korfmacher. In den weiteren Grußworten folgten die amtierenden Korpssieger und Korpskönige (hierfür stellvertretend der Hohe Reitersieger Gabriel Mantzouridis), alle Majore, Vorsitzenden, Adjutanten und Hauptleute der Korps im Neusser Regiment, eine Abordnung des Bezirksverbandes Neuss im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, mit Bezirkskönig Markus Hannen und Bezirksbundesmeister Andreas Kaiser an der Spitze; sowie den Diözäsanbundesmeister Wolfgang Kuck. Es folgte der Gruß an eine Abordnung der Further Schützen. Besondere Grüße gingen an die Ehrenmitglieder der Neusser Hubertusschützen Manfred Günther, Horst Fellinger und Horst Schwarzfeller, sowie den Hausherren des Novotels Edgar Vonderweiden und den F&B Manager Jörg Schulte. Eine Überraschung hielt Major Volker Albrecht für die meisten Anwesenden parat, als er den in Gründung befindlichen neuen Hubertuszug "Platzhirsche" begrüßte und ihnen einen guten Start in die aktive Schützenlaufbahn wünschte. Der größte Applaus aber blieb der scheidenden Hubertusmajestät Markus vorbehalten. Stehende Ovationen des ganzen Saales zeugten davon, daß mit Markus Lehmann einmal mehr ein ausgesprochen beliebter Hubertuskönig aus seinem Amt scheidet. Mag die große Schar der Ehrengäste hier nun weitestgehend aufgeführt worden sein, so gab es noch einen überraschenden Gast in der Stadthalle. Oberleutnant Thomas Keil (Hubertuszug "Junge Elche") war schon früh am Morgen aktiv, als er einen verdutzen Mario Mayen aus den Federn klingelte, ihn kurzerhand in eine Hubertusuniform einkleidete und schließlich zum Patronatstag "entführte". Immerhin sollte der aktive Schütze der Schützenlust und ehemalige Neusser Schützenkönig auf diesem Weg ein letztes Mal in Uniform durch Neuss marschieren können, bevor er in das Komitee des Neusser Bürger Schützenvereins gewählt wird. Eine Idee, die allseits freudige und wohlwollende Beachtung fand. Dem Gedenken an die verstorbenen Kameraden folgte die Festansprache Volker Albrechts. Er sprach über "Zeit", "Zeit" die in den letzten Jahren immer schnelllebiger wird, die mehr Informationen beinhaltet und in der man immer weniger Dinge nacheinander, sondern oftmals nebeneinander macht. Er mahnte an, "Zeit" besser einzuteilen, "Zeit" besser zu nutzen, "Alt von Jung" und "Jung von Alt" annehmen und lernen zu wollen. Ein Vortrag, der auch in der Nachbetrachtung sicherlich zum Nachdenken anregen sollte. Thomas Nickel überbrachte die Grüße des NBSV´s. Er bedankte sich bei den Hubertusschützen für das tadellose Auftreten während des letzten Schützenfestes und dem Vorstand für die gute Arbeit. Besonders lobte er die Entscheidung den Patronatstag wieder in die Stadt zu verlegen und dabei die Neusser Stadthalle auszuwählen. Er bekräftigte dies mit den Worten " ... denn hier sind Schützen erwünscht". Wenn der Bezirksbundesmeister Andreas Kaiser und der Diözäsanbundesmeister Wolfgang Kuck auf einem Patronatstag gemeinsam anzutreffen sind, bedeutet dies in aller Regel hohe und seltene Bruderschaftsauszeichnungen. Neben dem "Silbernen Verdienstkreuz" und dem "Hohen Bruderschaftsorden" wurde an Karsten Müller der "Fahnenschwenkerorden in Bronze und an den Tambourmajor Peter Stickel die "Schützenmusikerauszeichnung in Bronze" verliehen. Thomas Keil wurde für seine mehr als zwanzigjährige Zugführerarbeit und seinem Einsatz bei der Integration der neuen Züge mit dem "St. Sebastianus-Ehrenkreuz" geehrt. Die höchste Auszeichnung des Tages aber gab es für einen Schützen, der nicht nur als ehemaliger Hubertuskönig, langjähriger Regimentsablaufoffizier und immer noch aktives Mitglied der Hubertuszeitungsredaktion über die Hubertusgesellschaftsgrenzen hinweg bekannt ist. Hubert Weissweiler (Gründungsmitglied im Hubertuszug "Jägermeister") wurde mit dem "Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz" unter dem Beifall der Festteilnehmer mit dieser seltenen Auszeichnung für seine Verdienste gewürdigt. Der Verleihung der goldenen und silbernen Ehrennadeln folgten die Jubilarehrungen. Bevor allerdings die einzelnen Jubilare verkündet und ausgezeichnet wurden, richtete sich die Aufmerksamkeit auf Peter Schiefer, der in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Dienstjubiläum als Hauptmann der Neusser Hubertusschützen feiert. Er ist damit der dienstälteste Hauptmann im Neusser Regiment, dessen Verdienste um die Hubertusgesellschaft unbestritten und außerordentlich sind. Dies nahm die Redaktion der Hubertuszeitung zum Anlass, ihrem langjährigen Mitstreiter Peter Schiefer ein Bild zu überreichen, das eigens zu diesem Zweck bei der diesjährigen Höness-Parade aufgenommen wurde. Major Volker Albrecht bedankte sich bei den ausscheidenden Bogenschützenbetreuer Uwe Grundmann und Markus Britz. Die beiden haben in den vergangenen Jahren gemeinsam den Generationenwechsel und Ausbau der Bogenschützen voran getrieben und hinterlassen eine starke und tolle Truppe der jüngsten Hubertusschützen. Ein letztes Mal richtete sich der Fokus auf den scheidenden Hubertuskönig Markus Lehmann. In der ihm ureigenen und volksnahen Art bedankte er sich auch im Namen seiner Königin Ines für das vergangene Königsjahr, das den beiden sehr viel Freude und neue wunderschöne Eindrücke beschert hat. "Seine" Hubertusschützen dankten und verabschiedeten Markus Lehmann mit einem lang anhalten Applaus. Die anschließende Mittagspause nutzten die meisten Teilnehmer zu einem Imbiss und einem Plausch in der Stadthalle. Dr. Achim Robertz (Hubertuszug "Lauschepper") und Dieter Giesen (Hubertuszug "Goldenes Jagdhorn") aber dürften dieser Pause schon den ganzen Tag entgegen gefiebert haben, denn in dieser Zeit ging es für die Bewerber um die Hubertuskönigswürde zum Schießwettbewerb auf dem Scheibenstand. Bevor im Anschluss an die Mittagspause das Geheimnis um den neuen Hubertuskönig gelüftet wurde, lag es an Schießmeister Armin Grolms die Schießkette zu verleihen. Schießkettenträger 2012/2013 wurde Dirk Herwig aus dem Hubertuszug "Adlerhorst", der Dieter Fries und Peter Pohl auf den zweiten und dritten Platz verwies. Und dann folgte die Bekanntgabe des Hubertuskönigs 2012/2013. Die Spannung war in der Stadthalle spürbar, als Major Volker Albrecht das Ergebnis bekannt gab. Dr. Achim Robertz entschied mit knappem Vorsprung gegen Dieter Giesen den Wettbewerb zu seinen Gunsten. Noch in der Stadthalle wurde der Internist ? dem Lebensgefährtin Steffi Klasen als Hubertuskönigin zur Seite steht ? mit den Königsinsignien proklamiert. Nach den zahlreichen Gratulationen ging es dann zum Heimgeleit durch das Obertor zurück in die Stadt. Der Vorbeimarsch am neuen Hubertuskönigspaar auf Höhe des Rathauses führte schließlich zum gut besuchten Münsterplatz, auf dem unter dem Kommando von Major Volker Albrecht das Tambourkorps "Gut Klang 1996" und der Musikverein Waldenrath mit dem "Großen Zapfenstreich" nebst Serenade einen harmonischen Patronatstag offiziell beendeten. Der inoffizielle Teil des Patronatstages begann nahtlos in den umliegenden Gasthäusern und fand erst zu späterer Stunde sein Ende. Der Wechsel in die Stadthalle hat sich als richtig erwiesen. Alleine schon der Ausmarsch durch das Obertor war ein neuer Höhepunkt, der beim sonst üblichen Bustransfer nicht möglich war. Auch der aufmerksame Service und die schützenfreundlichen Preise für Speisen und Getränke in der Stadthalle sorgten allseits für Zufriedenheit. Der Versuch, den Hubertusschützen für ihren Patronatstag eine neue Heimat zu geben, dürfte somit als gelungen bezeichnet werden.