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02.08.2013 17:11 Alter: 4 yrs
Kategorie: Allgemeines

Unterm Schutz des Stadtpatrons


Die Quirinusprozession 1995 bis heute

Die Neusser bauen auf den Schutz ihres Stadtpatrons. Und so ist es Neusser Brauch, am Sonntag nach dem Quirinusfest (30. April) den Reliquienschrein mit den Gebeinen des heiligen Quirinus in einer feierlichen Prozession über den Münsterplatz und den Freithof zu tragen. Lange genossen die Alexianerbrüder der gleichnamigen Ordensgemeinschaft das Privileg, den Schrein tragen zu dürfen und bezeugten jedes Jahr aufs Neue mit Hunderten Neusser und weit angereisten Pilgern durch Ihre Teilnahme am Pontifikalamt und Prozession ihre Verbindung zum Stadtpatron.

Im Jahre 1995 - die bisherigen Träger standen nicht mehr zur Verfügung - folgten die Neusser Hubertusschützen und die Neusser Scheibenschützen einer Anregung und Bitte des damaligen Oberpfarrers am Quirinus-Münster, Monsignore Dr. Hans Dieter Schelauske, und ließen sich in Pflicht nehmen.

Der Oberpfarrer hat es den Bruderschaften öffentlich gedankt und zuversichtlich von einer neuen Tradition gesprochen. Gerne haben Hubertus- und Scheibenschützen auch diese Aufgabe im Sinne von Glaube, Sitte und Heimat übernommen, begleiteten doch schon seit Jahren Mitglieder dieser Gesellschaften an Fronleichnam das Sanctissimum und trugen den "Himmel", den Baldachin.

Seitdem treffen sich die Träger an den besagten Sonntagen zum ersten Mal gegen Mittag, um unter Mitwirkung von Jakob Matheisen (Schützenkönig der Stadt Neuss 1991/1992) den Schrein aus der Glasvitrine hinter dem Hauptaltar auf das Tragegestell zu verbringen und zu montieren.

Pünktlich zu Beginn der Festmesse nehmen die Träger dann die ihnen traditionell zugewiesen Plätze ein, um mit der anwesenden Festgemeinde das Pontifikalamt und anschließend mit den Neussern und ihren Besuchern die Schreinprozession zu feiern.

Anders als in den übrigen Jahren, führte der Prozessionsweg im Jahre 2000 durch weite Teile der Neusser Innenstadt und der Quirinusschrein strahlte den Gläubigen von einer Lafette entgegen.

Anlass war der krönende Abschluss mit der die Pilger der Übertragung der Gebeine des heiligen Quirinus von Rom nach Neuss vor 950 Jahren gedachten. Der Legende nach soll die Äbtissin Gepa 1050 die Gebeine des Märtyrers von Rom an den Rhein gebracht haben.

Schützenkönig war das heutige Ehrenmitglied des Neusser-Bürger-Schützen Vereins und Scheibenschütze Dieter Krüll, der dieses Ereignis auch in seinem Königsorden verewigt hat.

Ein Foto aus dem Jahre 2000 zeigt die Schützen der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft nach der Prozession mit Joachim Kardinal Meisner, dem Präses unserer Bruderschaft Monsignore Wilfried Korfmacher sowie dem Präsidenten des Neusser Bürger-Schützen-Vereins Thomas Nickel.

In jedem Jahr folgt im Anschluss an die feierliche Prozession noch eine Einladung in das Kardinal-Frings-Haus, wo für das leibliche Wohl der Schreinträger gesorgt ist.

Und wie es nun schon Tradition ist, wurde am 5. Mai 2013 dem Oberpfarrer von St. Quirin, Monsignore Guido Assmann, das Versprechen gegeben, auch 2014 wiederum für diese ehrenvolle Aufgabe zur Verfügung zu stehen.