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09.08.2016 08:16 Alter: 1 yrs

40 Jahre Hubertuszug "Jagdfalken"

Die Idee zur Gründung eines aktiven Schützenzuges kam den Herren Uwe Gauls, Manfred Kirchhoff und Heinz Rommerskirchen nach dem Schützenfest 1975 in den Sinn. Man wollte nicht mehr nur als Zuschauer, sondern als aktiver Schütze bei unserem großen vaterstädtischen Fest in Neuss dabei sein.


Die weiteren Überlegungen waren die Suche nach Gleichgesinnten, die Frage des Korps und einem Zug-Namen gewidmet. Nachdem sich die Interessenten als Zugmitglieder zusammen gefunden hatten, entschied man sich dazu, der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft beizutreten. Von der Gesellschaft erfolgte dann auch ?grünes Licht? (Gott sei Dank), so dass weitere Vorbereitungen und Entscheidungen notwendig wurden. Als Zugname wurde "Jagdfalke" gewählt, und so traten die  Jagdfalken erstmals zum Neusser-Bürger-Schützenfest im August 1976 ihre Zugwege an.

Den Jagdfalken standen von Beginn an unsere Zugfrauen mit Rat und tatkräftiger Unterstützung  zur Seite. So entwickelte sich ein über die Jahre gutes und freundliches Miteinander. Es blieb nicht aus, dass in der langjährigen Geschichte verschiedene Mitglieder die Jagdfalken verließen, und ebenso wurden neue Vereinskameraden dazu gewonnen. Dann haben wir Jagdfalken voller Stolz im Jahr 1990 den Hubertuskönig gestellt. Manfred Kirchhoff war mit anderen Bewerbern angetreten und hatte dann ?das Ding gemacht?. Die Freude war unbeschreiblich. Ja, und danach hatte Manfred noch einen ?draufgesetzt? und schließlich ab 1993 das Amt des Majors und Vorsitzenden für einige Jahre übernommen.

Leider wurde der seinerzeit amtierende Oberleutnant Wolfgang Dieckmann viel zu früh durch einen tragischen Unfalltod im Jahr 1997 aus dem Leben gerissen. Nach diesem schlimmen Ereignis haben wir Jagdfalken damals beschlossen, weiter zu machen. Es wäre auch sicher in Wolfgangs Sinn gewesen. In unserem Zugleben  haben wir viele schöne Stunden gemeinsam verbracht. In den ersten Jahren wurde häufiger eine Rallye veranstaltet ? nicht "um zu heizen", sondern um mit Geschicklichkeit und Pfiff lustige Aufgaben zu lösen. Unsere Methoden zur Försterermittlung waren auch sehr vielseitig: Es es gab die klassischen Schießwettbewerbe, aber auch Städterallyes, Tomahawkwerfen wie die Indianer, bis zu rätselhaften Aufgaben in den Städten, wo unsere Zugausflüge stattfanden ? das Ganze war mit viel Spannung, sportlichen Aufgaben und vor allem einer Menge Spaß verbunden.

Die Ehrung des jeweiligen Försterpaares wird immer mit guten Feten abgerundet. Auch hier gab es eine Menge vergnüglicher Beiträge. Legendäre Auftritte wurden durch die Jagdfalken-Theater-Kompanie gegeben ? ob als Monsignore Pedro, den (T)Raumschiff Surprise-Mitgliedern, Jagdfalken im Lendenschurz, Harry Potter, Elvis for ever  und vielen mehr ? wir haben Tränen gelacht. Viel Spaß hatten wir auch bei unseren gemeinsamen Partys anlässlich der Geburtstage, Weihnachtsfeiern, an Silvester und auf gemeinsamen Ausflügen. Einige Vatertagsausflüge wurden veranstaltet, an die sich die Väter und Nicht Väter gerne erinnern (sofern am Tag danach keine Gedächtnislücken entstanden waren). Auch der Kappessonntagszug in unserer Vaterstadt wurde häufiger besucht und mit einer gebührenden Fete abgerundet.

Und nicht zuletzt unsere Ausflüge, die wir ? mal nur die Männer, mal gemeinsam mit unseren Frauen ? veranstaltet haben. Wir haben dabei einige Städte in unserem schönen Land besucht. Es wurden kleine Orte an der Lahn besucht und Besuche in der Eifel und im Harz (immer mit interessanten Getränkeproben) wurden vorgenommen. Aber besonders in Erinnerung bleiben uns die tollen Ausflüge in die Städte München, Hamburg und Berlin. Diese Ausflüge waren wirklich herausragende Veranstaltungen, an die wir gerne zurückdenken. Es gibt nicht in jedem Jahr einen Ausflug, sondern nach Besprechung in unseren Zugversammlungen legen wir fest, ob es "op Jück jeht" oder nicht.  Auch in unserem diesjährigen Jubiläumsjahr haben wir einen Zugausflug mit unseren Frauen unternommen. Es ging nach München, wo wir unser Försterpaar im Rahmen einer "Bayerischen Olympiade" ermittelt haben. Wer sich jetzt fragt, was ist das, hier eine kurze Erläuterung. Die "Bayerische Olympiade" setzte sich zusammen aus Maßkrug stemmen, Holzkuh melken, Brezeln ins Ziel werfen, Bierkrug Zielschieben, Memory und Nägel auf Zeit versenken. In diesem spannenden Wettkampf setzten sich Ilona Erpenbach und Frank Hirtz-Breitmar als unser diesjähriges Försterpaar durch. Hierzu möchten wir an dieser Stelle ganz herzlich gratulieren.

Die Teilnahme an unserem großen vaterstädtischen Fest Ende August stellt für uns Jagdfalken den Höhepunkt im Vereinsjahr dar. Wir sind in allen Jahren immer aktiv dabei gewesen, egal ob Regen, viel Wind oder heiße Sommer zu diesem Zeitpunkt vorherrschten ? wir waren dabei. In Ergänzung zu den Ehrenabenden, Teilnahmen an den Umzügen und an der Königsparade haben wir unser Vereinsleben an diesen Tagen mit schönen Veranstaltungen abgerundet. Es gab und gibt gemeinsame Abende im Schützenzelt auf der Rennbahn, Besuche des Festplatzes (meist am Freitagabend) sowie den Besuch diverser Bälle und Veranstaltungen ? die Veranstaltungen unserer Gesellschaft im Zeughaus, bei der Schützengilde sowie neuerdings bei den Grenies & Friends. Einige "Abgeordnete" der Jagdfalken kehren an den Tagen auch schon mal im "Markt 27" ein, um zu prüfen, ob der Genuss von Sahnebällchen glücklich macht (...).
Der Begriff Liquidität bei den Jagdfalken ist  gerade an diesen Tagen durch Doppeldeutigkeit geprägt ? immer genug Geld in der Kasse und eine allzeit funktionierende hervorragende Getränkeversorgung (...).

Wir hatten vor einigen Jahren den Beschluss gefasst, auch einen "Bauwagen" zu kaufen und am regen Treiben der Schützenfesttage direkt vor Ort ? Treffpunkt Bauwagen Wendersplatz ? teilzunehmen. Glücklicherweise hatte ein Zugkamerad eine günstige Quelle, und wir haben nicht lange "gefackelt". Den Bauwagen haben wir in mühsamer Kleinarbeit renoviert und hergerichtet. Wenn auch klein, haben wir uns schon einige Male bei schlechtem Wetter mit "Mann und Maus" in den Wagen zurückgezogen, wobei die dann herrschende Enge durchaus mit dem Aufenthalt in Sardinenbüchsen vergleichbar war.

Wer das jetzt liest, soll bitte nicht denken, dass wir eine reine  "Spaßtruppe" sind, die unbeschwert und nur an sich denkend durch das Schützenleben wandert. Wir stehen füreinander ein, und wir helfen uns im alltäglichen Leben. Und wir haben uns getröstet, wenn der Tod eines nahe stehenden Menschen eingetreten war. Seit 2006 treffen wir uns jedes Jahr am Heiligabend im Garten bei Weinforths in Holzbüttgen und veranstalten einen Weihnachtsumtrunk. Dies findet bei Wind und Wetter im Freien statt. Dieser Umtrunk ist ein fester Bestandteil im Terminplan der Jagdfalken. Es gibt viele Menschen, die bedürftig sind. So sammeln wir dann an diesem Tag für einen guten Zweck, um diese Spende dann an bedürftige Organisationen zu überreichen.

Text und Fotos zum Bericht: Download der Ausgabe "HUBERTUS" 02/2016