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11.08.2016 08:50 Alter: 1 yrs
Kategorie: Allgemeines

Hubertuszug "Waldhorn" - 50 Jahre unter Freunden.

In diesem Jahr feiert der Hubertuszug Waldhorn sein 50-jähriges Jubiläum. Dabei verrät ein Blick in das Archiv der "St.Hubertus-Schützen-Gesellschaft Neuss 1899 e.V.", dass bereits am 01. Februar 1953 ein Hubertuszug mit dem Namen "Waldhorn" aufgenommen wurde und im selben Jahr mit 15 gemeldeten Schützen über den Markt marschierte. Der Archivar der Hubertusgesellschaft, Viktor Steinfeldt, merkt hierzu an, dass es sich dabei allerdings um eine Marschgemeinschaft mit dem auch heute noch aktiven Hubertuszug "Hirschfänger" handelt, um die geforderte Mannstärke zu erreichen. Die damalige Zugführung bestand aus den Herren Josef Vossen (Olt), Hans Steinfort (Lt) und Heinrich Hamacher (Fw).


Der weitere Werdegang dieses Zuges ist heute leider aufgrund mangelnder Zeugnisse schwer nachzuvollziehen. Gewiss ist allerdings, dass dieser Zug am 17. Mai 1958 aufgelöst wurde und somit gerade einmal fünf Jahre bestand. Acht Jahre später und  sicherlich auch unter den positiven Eindrücken des kurz vorher gefeierten Neusser Schützenfestes wurde im September 1966 die Idee der Gründung eines neuen Hubertuszuges geboren. In der heute leider nicht mehr existierenden Wirtschaft "Quirinusquelle" auf dem Glockhammer, deren Wirt seinerzeit der legendäre "Abels Titt" war, trafen sich Mitglieder des Hubertuszuges "Freiwild" und überlegten, wie man in einem neuen Hubertuszug eigene Schützenideen verwirklichen könne.

Josef Eilertz und Werner Kirschbaum waren die Männer, die das Ansinnen von elf interessierten Schützen wesentlich voran trieben und einen Antrag auf Aufnahme in die "St.Hubertus-Schützen-Gesellschaft Neuss 1899 e.V." unter der Wiederbelebung des Zugnamens "Waldhorn" stellten. Bereits im Juli 1967 konnten die Chargierten Josef Eilertz (Olt), Josef Wilschrey (Lt) und Werner Kirschbaum (Fw) den neuen Hubertuszug Waldhorn in geforderter Mannstärke zum Schützenfest melden und in den Folgejahren auf mehr als 15 aktive Marschierer ausbauen. Nach dem viel zu frühen Tod von Josef Eilertz (1976) bekleideten die Herren Paul Bauer (ab 1976) und Wolfgang Werner (ab 1988) das Amt des Oberleutnants und Zugführers.

Wie die Geschichte des Hubertuszuges Waldhorn sich dann weiter entwickelt hat, lässt sich mangels entsprechender Dokumente heute leider nicht mehr ganz nachvollziehen. Ein Blick in die Zugmeldung von 1995 allerdings zeigt, dass Hubert Wilschrey, der immerhin seit Gründung dem Zug "Waldhorn" angehörte, inzwischen das Amt des Oberleutnants bekleidete. Zeitzeugen bekunden, dass es gerade ihm gelang, den Zug zu  verjüngen und eine Perspektive auf den Weg zu geben, von dem die Waldhörner noch heute profitieren. Dazu gehört sicherlich auch die Tatsache, dass er bereits 1989 seinen Schwiegersohn und sechs weitere Jungschützen für den Hubertuszug "Waldhorn" begeistern konnte. Der auch außerhalb der Waldhörner geschätzte und beliebte Hubert Wilschrey legte auf der Jahreshauptversammlung im Januar 1998 die Geschicke des Zuges in jüngere Hände (Markus Büschgens 1998 -1999 Olt.) und wurde um seine Verdienste einstimmig zum Ehrenoberleutnant des Hubertuszugs Waldhorn ernannt. Noch heute wird das Andenken an Hubert Wilschrey bewahrt und gepflegt. Seit seinem Tod im Jahre 2010 beginnt für die Waldhornfamilie  jedes Schützenfest am Mittag des Schützenfestsamstages mit dem Besuch seines Grabes in Grimlinghausen. Der ganze Zug gedenkt dort seiner Verdienste und so manches Anekdötchen (und derer gibt es so einige) des stets lebensfrohen und schützenbegeisterten Urgesteins wird anschließend auf dem Heimweg ausgetauscht.

Bedingt durch eine berufliche Veränderung legte Markus Büschgens sein Amt als Oberleutnant im Januar 2000 nieder. Die "Waldhörner" wählten am 15. Januar 2000 Jörg Rottmann zum neuen Oberleutnant, der dieses Amt bis zum heutigen Tag bekleidet und seitdem von Andreas Gertges als Leutnant unterstützt wird. Komplettiert durch das Amt des Feldwebels (Thomas Trotzky 2001- 2004, Markus Büschgens 2005-2007 und Thomas Delvos seit 2008) wurde in den letzten Jahren kontinuierlich der Hubertuszug weiter entwickelt und steht heute gefestigter denn je in der Idee der Gründungsväter.

Auch über die Zugaufgaben hinaus engagieren sich Waldhörner aktiv in der Neusser Hubertusgesellschaft und im Regiment. So sind Andreas Gertges und Robert Waldmann seit 2003 feste Mitglieder in der Redaktion der Hubertuszeitung. Darüber hinaus wurde Robert Waldmann am Oberstehrenabend 2010 durch Oberst Dr. Heiner Sandmann zum Hauptmann befördert und zum Regimentsablaufoffizier ernannt. Das heutige Zugleben der Waldhörner ist vielfältig und abwechslungsreich. Neben den regelmäßigen Versammlungen, Teilnahmen am Hubertuskönigsbiwak und Patronatstag sei hier vor allen Dingen das jährliche Familienfest genannt, in dessen Rahmen auch das neue Zugsiegerpaar ermittelt wird. Dirk und Steffi Hollmann (bis 2014) sowie Andreas und Tanja Holler (seit 2015) waren und sind federführend die Ausrichter und Gastgeber. Jährliche Zugausflüge (Mallorca, Berlin, Prag, Plattbodenschiffstour auf dem Ijsselmeer, Kalkar, Köln, div. Rhein- und Moselorte, Eifel) gehören genauso zum Jahreskalender wie gemeinsame Besuche befreundeter Schützenfeste oder sonstiger Neusser Veranstaltungen. Seit dem Jahr 2000 sind die Waldhörner ?op de Daach? ständiges Mitglied im Hubertusdorf auf dem Wendersplatz und Dank bester Kontakte von Thomas von Werden zur Bolten Brauerei hervorragend ausgerüstet.

Seit 2012 pflegen die Waldhörner eine intensive Zugfreundschaft mit dem damals noch recht jungen Zug "Wildfüchskes". Da sie auf diesem Weg bewiesen hatten, auch einen guten Draht zur Jugend zu haben, übertrug im Jahr 2014 Major Volker Albrecht den Waldhörnern die Aufgabe, den neu gegründeten Zug "Die Stubbis" in seinem ersten Schützenjahr unterstützend zu begleiten. Eine Aufgabe, der man sich gerne (und offensichtlich erfolgreich) annahm und aus der sich inzwischen eine weitere, schöne Zugfreundschaft entwickelt hat.

Das Jubiläumsjahr gehen die Waldhörner mit viel Freude an. Schnell war klar, dass man zum Jubiläumsjahr eine Großfackel bauen möchte. Bereits im Januar wurde das Motto bestimmt und die Planung angegangen. Die Zugdamen trugen ihr Scherflein dazu bei und überraschten im Mai 2016 anlässlich des Jubiläums die Waldhörner mit einer individuell gestalteten Fackelrückfront unter dem Motto "Waldhorn - 50 Jahre unter Freunden". Im Juni ging es für die ungeübten Fackelbauer dann ans Werk. Jedes Zugmitglied brachte sich beim Fackelbau im Rahmen seiner Möglichkeiten ein und gemeinsam werden sie sicherlich nicht ohne Stolz das Ergebnis beim diesjährigen Fackelzug den Neussern und ihren Gästen präsentieren.

Im Herbst werden die Waldhörner gemeinsam mit ihren Frauen eine Städtereise antreten, um sich auch auf diesem Weg bei ihren "Röskes" für die Unterstützung und dem Verständnis zu bedanken, ohne dass das Waldhornleben sicherlich kaum möglich wäre.

Soweit nun die ersten 50 Jahre des Hubertuszuges Waldhorn. Was die Chronisten in 25 oder 50 Jahren über unseren Zug schreiben werden, vermag heute noch keiner zu wissen (...) aber es ist gewiss, dass derzeit 16 aktive Hubertusschützen nebst vieler Freunde und Gönner gemeinsam in eine positive Zukunft blicken können. Ganz im Sinne des diesjährigen  Zugmottos "50 Jahre unter Freunden".

In diesem Sinn ein jubilierendes "Horrido".

Unser großer Dank bei der Recherche unserer Zuggeschichte gilt dem Archivar der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft Neuss 1899 e.V., Viktor Steinfeldt. Vieles von dem was wir hier niederschreiben und erfahren konnten, verdanken wir seiner akribischen und mitunter sisyphosartigen  Arbeit. Uns ist erst auf diesem Weg bewusst geworden, wie wichtig ein Archiv ist und wieviel wertvolle Informationen im Lauf der Jahre leider verloren gehen. Wir möchten von daher auf diesem Weg auch andere Züge animieren Bilder, Dokumente und Zeitzeugnisse unserem Archivar Viktor Steinfeldt zur Verfügung zu stellen.

Text und Fotos zum Bericht: fileadmin/user_upload/dateien/hubertuszeitung/HUBERTUS_Ausgabe_02_2016.pdfDownload der Ausgabe "HUBERTUS" 02/2016