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28.03.2015 00:00 Alter: 3 yrs
Kategorie: vom Major

Vorwort HUBERTUS Ausgabe 01/2015


 

 

Lieber Hubertusschütze,
verehrter Leser,

schlägt man heutzutage die Zeitung auf oder schaltet man den Fernseher an, überhäufen sich die Meldungen im Zusammenhang von Glaube und Gewalt. Jeder von uns wird sich noch an die abscheulichen und grausamen Morde in Paris zu Beginn dieses Jahres erinnern. Erschreckend sind aber auch die Meldungen über die Zerstörung von Weltkulturerbe im Nahen Osten. Diese Taten werden von Extremisten im Namen ihres Glaubens begangen. Sie bilden jedoch bei weitem keine repräsentative Menge ihrer Religion und wir müssen uns alle davor hüten, über alle Muslime ein Allgemeinurteil auszusprechen.

Betrachtet man die Weltkarte der Religionen kann man von den rund 7 Milliarden Menschen auf der Erde über vierfünftel einer Religion zuordnen. Neben dem Christentum mit rd. 2,2 Milliarden Gläubigen bildet der Islam mit 1,6 Milliarden Anhängern die zweitgrößte Religion. Beide großen Religionen haben gemeinsam mit den anderen Religionen über Jahrtausende das Zusammenleben aller Menschen geprägt und ohne sie wäre die heutige Zivilisation undenkbar.

Im vergangenen Jahr hat die Europäische Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) einen Antrag auf Anerkennung des Schützenwesens als immaterielles Kulturerbe an die UNESCO gestellt. Dieser Antrag wurde vor wenigen Wochen zurückgestellt. Mich als Schütze hat diese Nachricht nachdenklich gemacht. Als einen der Gründe für die Zurückstellung hat die zuständige UNESCO-Kommission anscheinend die sehr kontroverse Debatte um einen muslimischen Schützenkönig und die Haltung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) dazu genannt.

Wir Hubertusschützen sind Mitglied im BHDS und erkennen die christlichen Werte des Verbandes an. Unser Vereinsleben orientiert sich an diesen Werten und baut auf diesen auf. Dennoch finde ich es in der heutigen Zeit bedenklich, interessierten Menschen den Zugang zu unseren Vereinen zu verweigern, weil sie keiner christlichen Kirche angehören. Ich bin der Überzeugung, dass unsere Vereine wichtige Säulen verlieren würden, wenn wir uns als Bruderschaft nicht öffnen. Dabei geht es nicht darum, die christlichen Werte oder die jeweilige Identität aufzugeben. Die christliche Kirche würde heute nicht als größte Religion der Welt dastehen, wenn vor zweitausend Jahren Jesus Christus nicht offen auf alle Menschen zugegangen wäre.

Als christlicher Verein sollten wir uns den Menschen, die unsere Werte - losgelöst von der eigenen Religion - anerkennen, nicht verschließen. Nur mit Aufrichtigkeit, Offenheit, Toleranz und Interesse können wir als Verein in der Gemeinschaft mit anderen Menschen unsere Zukunft gestalten.

Wir Neusser Hubertusschützen haben uns entsprechend positioniert. Bei uns ist jeder, der unsere Werte und Ideale akzeptiert und bereit ist sich in unsere Gemeinschaft einzubringen, herzlich willkommen. In diesem Sinne freue ich mich auf das Schützenjahr 2015 und wünsche viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe von "Hubertus".

Horrido

Euer
Volker Albrecht