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ST. HUBERTUS-SCHÜTZEN-GESELLSCHAFT NEUSS 1899 E.V.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert trafen sich frühere Mitglieder der Gesellschaft "Schützenlust" um die St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft ins Leben zu rufen. Als Gründungsjahr wird bis heute im Namen der Gesellschaft das Jahr 1899 geführt. Die erste Teilnahme der St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft am Neusser Bürger-Schützenfest fand im Jahre 1902 statt. Einen großen Zulauf konnte die Gesellschaft allerdings weder vor noch nach dem 1.Weltkrieg verzeichnen. Und als das Schützenwesen in Neuss nach Ende des zweiten Weltkrieges zu neuem Leben er­wach­te, zeigte sich, dass die Mitgliederzahl der Hubertusschützen so weit abgesunken war, dass man nicht in eine gedeihliche Zukunft blicken konnte. Nur noch wenige Mitglieder marschierten zum Schützenfest 1952 auf. Hier griff nun das Komitee ein und beauftragte die Mitglieder des Jägerzuges "Erftjunker" unter der Führung ihres Oberleutnants Bruno Kistler mit der Reorganisation und dem Wiederaufbau der Hubertus-Schützen-Gesellschaft. Unterstützt wurden sie von zahlreichen, tatkräftigen Neu­mit­glie­dern, aus deren Kreis der Stadt-­Amtmann Willy Jungbluth zum 1.Vorsitzenden gewählt wurde. Unter der Führung des 2.Vorsit­zenden und Majors Bruno Kistler - so sein offizieller Titel für ein Dutzend Jahre - traten drei Züge mit 50 Mann in neuer schmucker Uniform und mit neuer Schwenkfahne zum ersten Mal beim Schützenfest 1953 an. Der erste Adjutant des Majors Bruno Kistler war Dr. Bernhard Hämig. Im Jahre 1954 entschied man sich zum Beitritt in den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruder­schaften und avancierte somit neben den Scheibenschützen zur einzigen Bruderschaft im Neusser Schützenregiment. Zur Freu­de aller Hubertus­schützen errang mit Major Bruno Kistler im Jahre 1957 erstmalig ein Hubertusschütze die Wür­de des Neusser Schützen­königs, während Gerd Schwarz im gleichen Jahr als erster Hubertusschütze Bezirkskönig des Bezirks­ver­bandes Neuss im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wurde.

Beim darauf folgen­den Schützenfest ließ Bruno Kistler sich von Toni Lück als Major vertreten. Nach seiner schützenköniglichen Unter­bre­chung übernahm Bruno Kistler wieder das Amt des Majors und sollte es bis zum Jahre 1988 nicht mehr abgeben.  An der Seite von Major Kistler standen als Adjutanten 1958/59 Herbert Blasweiler und im Jahr 1960 Karl Herbrechter, der jedoch im gleichen Jahr die Schützenkönigs­würde errang. Als Adjutant der Jahre 1961 und 1962 fungierte Alex Wismann. Unstimmigkeiten innerhalb des Korps gab es im Herbst 1961. Es kam zu einer Abspaltung verschiedener Mitglieder, die sich neu formierten und im Jahre 1962 die "Schützengilde" gründeten. Zum neuen 1.Vorsitzenden wurde im November 1961 Siegfried Findeisen gewählt, der dazu noch gerade Hubertuskönig geworden war.  Von 1963 an bis zu seinem Tod im Jahre 1980 bekleidete Matthias Gondorf das Amt des Adjutanten mit einer einzigen Unterbrechung während seines Schützenkönigsjahres 1971. Eine Neuerung, die bis heute noch Gültig­keit hat, beschloss die Gesellschaft im Jahre 1965. Nach der Amtsniederlegung des 1.Vorsitzenden Siegfried Findeisen wurden die Ämter des Majors und 1.Vorsitzenden vereint. Von nun an wurden diese beiden Ämter von Bruno Kistler und seinen Nachfolgern in Personalunion wahrgenommen. In den weiteren Jahren wuchs die St. Hubertus-Schützen-Gesellschaft ständig. Zum Schützenfest 1966 marschierten 10 Züge und ein Fahnenzug auf. Im Jahre 1972 waren es bereits 170 Hubertusschützen in 12 Zügen. Ab dem Jahre 1980 ritt wieder Alex Wismann als Adjutant an der Seite des Majors.

Bruno Kistler
Manfred Günther
Manfred Kirchhoff
Friedhelm Becker
Volker Albrecht

Im Jahre 1980 zählte die Gesellschaft 304 aktive Schützen in 21 Zügen

1988 erklärte Major und 1. Vorsitzender Bruno Kistler nach mehr als 35-jähriger Tätigkeit an der Spitze des Korps aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt. Zu seinem Nachfolger wählte die General­versammlung den ehemaligen Hauptmann und Zugführer des Zuges "Kreuzritter" Manfred Günther, der gemeinsam mit seinem Freund und Adjutanten Eberhard Radde bis 1993 die Korpsführung bekleidete. Im Januar 1989 verstarb Bruno Kistler, der das Korps in mehr als drei Jahrzehnten entscheidend geprägt hatte und dessen Namen mit der Entwicklung des Korps untrennbar verbunden bleibt. 1991 ließ man das traditionelle Amt des Präses wieder aufleben, das seitdem von Wilfried Korfmacher, Seelsorger an St. Marien, wahrgenommen wird.  Nachdem Manfred Günther -wie beabsichtigt-  nach fünfjähriger Amtszeit für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand, wählte die General­versammlung im Jahre 1993 den ehemaligen Hubertuskönig Manfred Kirchhoff aus dem Zug "Jagdfalke" zum neuen Major und Vorsitzenden, der diese Position bis Januar 2000 ausfüllte. Bis einschließlich 1996 ritt Wolfgang Bongartz als Adjutant an seiner Seite, gefolgt von Uwe Grundmann im Jahre 1997. Seit 1998 bildete Theo Brauer als Adjutant gemeinsam mit Manfred Kirchhoff die Korpsspitze. Im Jahr 1997 errang mit Hubertuskönig Friedhelm Becker erstmals nach vierzigjähriger Abstinenz wieder ein Hubertus­schütze die Würde des Bezirkskönigs.

 

Im Jahr 1999 beging die Gesellschaft ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem feierlichen Jubiläumspatronatstag mit hohen Ehrengästen und der Veröffentlichung einer Gesell­schaftschronik. Im Jubiläumsjahr zählte die Gesellschaft 586 aktive Schützen in 34 Zügen. Auf der Jahres­hauptversammlung im Januar 2000 legte Manfred Kirchhoff sein Amt nieder und der Fahnenzug-Haupt­mann Friedhelm Becker wurde zum neuen Major und Vorsitzenden gewählt. Friedhelm Becker führte die Gesellschaft mit ruhiger Hand durch zum Teil schwieriges Fahrwasser. Durch den von ihm geführten Vorstand wurden viele Probleme gemeistert und schwierige, wirtschaftliche Entscheidungen zum Nutzen der Gesellschaft gefällt. An der Seite von Major Friedhelm Becker ritten die Adju­tanten Hans-Willi Knopf (bis 2002), Volker Albrecht (bis 2007) und Hans Küppers bis 2009. Gerade Volker Albrecht war in seiner Doppelfunktion als Adjutant und Kassierer der Gesellschaft dem Major eine große Stütze. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2010 ernannte Friedhelm Becker den ehemaligen Hubertuskönig Andreas Lehmann zu seinem Adjutanten. Leider verstarb wenige Wochen nach seiner 10. Wiederwahl zur großen Trauer aller Hubertusschützen Major Becker im März 2010. Im Mai 2010 wählte eine Außerordentliche Generalversammlung den ehemaligen Adjutanten Volker Albrecht zum neuen Major und Vorsitzenden. Ihm zur Seite reitet als Adjutant der bereits vom verstorbenen Major Becker ernannte Andreas Lehmann.  Besondere  Erwähnung  muss hier auch Hauptmann Peter Schiefer finden, der seit 1991 dem Vorstand angehört und nunmehr dem vierten Major mit Rat und Tat loyal zur Seite steht.

Unsere Schützenkönige

Die höchste Ehre im Neusser Schützenwesen ist die Erringung der Schützenkönigswürde. Sieben Hubertusschützen haben bislang diese Würde zur riesigen Freude aller Hubertusschützen errungen. Als erster Hubertusschütze triumphierte der Alt-Major Bruno Kistler im Jahre 1957/1958, ihm folgte sein Adjutant Karl Herbrechter vom Zuge "Ewig Jung AH" im Jahre 1960/1961. Wiederum war es ein Majorsadjutant, Mathias Gondorf aus "Erftjunker", der 1970/1971 die hohe Ehre errang. Sein Zugkamerad Alex Wismann folgte ihm im Jahre 1975/1976. Er folgte seinem Zugkameraden auch im Amte des Majorsadjutanten nach dessen Tod. Nur sieben Jahre nach Alex Wismann, 1982/1983, holte sich der Leutnant des neugegründeten Zuges "Spätzünder" Rainer Reuß die Schützenkrone. Kurz darauf wurde dieser auch für lange Jahre in das Komitee berufen und ist heute Ehrenmitglied des Neusser Bürger-Schützen-Vereins. Lange dreizehn Jahre musste unser Korps warten bis mit Hans Mühleis aus dem Zuge "Jägermeister" im Jahre 1995/1996 ein herausragender Sportschütze seine Schützenlaufbahn mit dem Königsschuss krönte. Eine noch längere Wartezeit musste durchlitten werden und verstreichen, nämlich achtzehn Jahre, bis Rainer Reuß jun. - der Sohn von Alt-Majestät Rainer Reuß - die Würde des Neusser Schützenkönigs zurück in den Schoß seiner Familie holte und die Hubertusschützen endlich wieder einem der ihren zujubeln können. Auch Rainer Reuß jun. ist Mitglied im Zuge "Spätzünder", der nun neben drei Hubertuskönigen auch zwei Schützenkönige vorweisen kann.

"HUBERTUS", so heißt das offizielle Mitteilungsblatt des Korps, das nicht nur die Mitglieder, sondern zahlreiche weitere Schützenfreunde mehrmals im Jahr über Neuigkeiten aus der Schützenszene informiert und das mit seiner journalistischen Qualität stets ungeduldig erwartet wird.

Heute hat die Gesellschaft einen Mitgliederbestand von 733 aktiven Schützen, die sich in 42 Zügen aufgliedern und 204 passive Mitglieder. Da in jüngster Zeit auch viele Schüler, Auszubildende und Studenten den Weg zu den Hubertusschützen gefunden haben, muss man sich über Nachwuchssorgen vorerst keine Gedanken machen. Mit dem Bundestambourkorps "St. Hubertus" Neuss und dem Musikverein "Neusser Ratsbläser" sind auch zwei musikalische Einheiten der Gesellschaft angeschlossen. Höhepunkte im Vereinsleben sind neben dem Schützenfest der alljährliche, feierliche Patronatstag im November mit der Ermittlung des neuen Hubertuskönigs, das Biwak zu Ehren des Hubertuskönigs im Juni des Jahres und eine große feierliche Veranstaltung zur Krönung des Hubertuskönigs wenige Wochen nach dem Patronatstag. Großer Wert wird auf den Schießsport gelegt. Neben den internen Gesellschaftsschießen können die Schießsportler aus den Reihen des Korps auf zahlreiche Erfolge auf Regimentsebene, aber auch überregional, verweisen.